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4. Jahrgang des Wettkampfs "Durch das Tschechische Kanada"

Endlich verlief der Winter so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Seit Ende November lag Schnee überall und ab Hälfte Dezember konnte man schon mit dem Schlitten trainieren. Die Schneemenge hat aber auch Probleme in Form von Baumbrüchen mit sich gebracht. Ab Hälfte Januar begann ich mit einem Roller die Strecke durchzufahren und versuchte festzustellen, wo ich durch das Dickicht durchbrechen kann und wo die gefällten Bäume über meine Kräfte gingen. Schaufel, Säge und Seil wurden zur Pflichtausstattung meines Rollers. Wie einige Streckenabschnitte aussahen, sieht man auf dem Foto; zum Glück waren es nur dünne Bäumchen. Am Ende Januar hatte ich 43 frei befahrbare Kilometer für MID und 24 Kilometer für Touristen parat.
Tudy nìkudy vede tra
Am Samstag, den 4.2., sind wir auf die Strecke mit einem Traktor und einer Walze aufgebrochen. Es ist uns gelungen, ungefähr eine Hälfte der Strecke freizumachen; die Strecke war in dem Zustand, wie auf weiteren zwei Aufnahmen zu sehen ist. Allmählich begann ich zu hoffen, dass die Langlaufskifahrer sich bei uns endlich austoben können. Doch die Wettervorhersage und Entwicklung der Wetterbedingungen wollten es anders. Ab Montag 6.2. fiel beinahe ununterbrochen Schnee und, was noch schlimmer war, es wehte auch heftig. Täglich fuhr ich die Strecke durch und immer wieder war es so, dass ich zumindest zwei Rollerspuren nebeneinander fast überall durchfahren konnte..

Am Mittwochvormittag machte ich mich wieder auf den Weg und die zwei Kilometer von meinem Haus zur Strecke legte ich in ungefähr zwei Stunden zurück.
Die Schneeverwehungen waren stellenweise fast ein Meter hoch. Irena hat versucht, den Besitzer des Schneerollers aus Nova Bystrice zu erreichen und bat ihn um Hilfe. Doch wir hatten Pech; es lebe die Solidarität unter den Sportlern! Am Abend brachte Kovboj den zweiten Roller und am Donnerstag machten wir uns zu zweit auf den Weg in die Felder. Von der ursprünglichen Spur war überhaupt nichts zu sehen, sie war komplett verweht. Wir bahnten eine neue an, doch allmählich begann ich zu fürchten, dass man über die Felder vielleicht nicht durchkommt. Nachmittag, in der Pause zwischen Schneestürmen, fuhren wir los zu den Feldern bei Rajchéøov. Das hätten wir nicht tun sollen. Über die Ebene bahnte sich der BURAN tapfer den Weg an wie ein Eisbrecher, aber an zwei Stellen, wo es zu viele Verwehungen gab, die sich nicht umfahren ließen, endete die Fahrt abrupt. Nachträglich verbrachten wir dort ungefähr drei Stunden mit einer Schaufel, bis zur Taille im Pulverschnee, und befreiten uns gegenseitig aus den Schneewehen. Nach Hause kamen wir im Dunkeln an und ich setzte mich über die Karte und dachte über eine andere Variante nach. Die Verkürzung der Strecke war unausweichlich, aber immerhin waren wir noch auf 39 Kilometern.
BURAN už toho má taky dost Už to vypadá nadìjnì

Am Freitag in aller Frühe schaute ich aus dem Fenster und mir drehte sich der Magen. Weitere 20 cm Schnee ist gefallen und es schneite ununterbrochen. Ich habe mir geschworen, auf die Schneemenge nicht mehr zu schimpfen, aber wirklich, das überschreitet alles Maß. Ich verschieb mich auf dem Roller durch die gestern freigemachte Strecke nach Klášter. Dreimal blieb ich in neuen Schneewehen stecken und stieß auf zwei neue Baumbrüche. Man konnte sie aber umfahren; zum Glück, weil meine Säge mit dem Auto vorausgeschickt wurde. Langsam verfiel ich in eine Depression, aber zum Wettkampf-Widerruf ist es schon zu spät. Zumindest ein Stück musste gekennzeichnet werden. Wir spannten einen uralten Schlitten an, auf die die Marken gelegt wurden, Dan, der Helfer, der zum ersten Mal in seinem Leben auf einem Schlitten stand, ergriff den Turm, und los ging es. Anfangs fuhr ich langsam, um ihn nicht zu verlieren, doch die Zeit drängte und ich musste nach und nach beschleunigen, soweit die Schneeschicht es erlaubte. Dan hielt sich tapfer und fiel nicht ein einziges Mal. Erst unterwegs machte ich mir klar, wo die Durchfahrt real wäre und wo man vielleicht ein Rundchen mehr machen konnte, damit wir ein paar Kilometer aufholten. Wir waren gezwungen, uns womöglich im Wald zu halten, denn dort gab es Verwehungen am wenigsten.

Schließlich gelang es uns 28 km für MID und 19 km für Touristen zu markieren. Die Strecke sah größtenteils wie eine Bobbahn aus; nichts für Langlaufskifahrer, doch die Gespanne werden damit hoffentlich zurechtkommen können. Im Halbdunkel kehrten wir zu Klášter zurück und ungefähr ein Kilometer vor dem Ziel begann plötzlich auch der Held BURAN zu streiken. Er war es ja auch satt. Wir putzten die Zündkerzen und teils aus eigener Kraft, teils mit Hilfe von Pavels Rollers kamen wir zum Zelt beim Start an. Nun schnell zur Pumpe für neue Zündkerzen und beten, dass BURAN mindestens das Wochenende durchhält. Kovboj hatte zum Glück während des Tags die Spur zwischen Klášter, Start und Ziel freigemacht, so dass die Strecke einigermaßen fahrfertig ist.

Für die Vorbereitung von Start und Ziel, Stake-Out-Platz und Parkplatz sorgte eine Gruppe unter Führung von Petr Polansky. Nach vorjährigen Erfahrungen mit der Verschiebung des Starts auf die Wiese oberhalb von Klášter begannen sie diesmal mit der Vorbereitung um einen Tag früher, also am Donnerstagmorgen. Gegen neun Uhr kam der stärkste Helfer, der Kipplader MANITOU, und begann in ungefähr ein Meter hohe Schneeschicht einzutauchen. Nach fünf Stunden Arbeit waren der Start- und Zielplatz, Stake-Out-Platz und auch Zuschauerparkplatz vorbereitet. Mehr als zwei Meter hohe Schneebarrieren deuteten darauf hin, was für eine Schneemenge verlagert werden musste. Tady bude nìkde start Prorážíme se k úvazišti
Weiter war es notwendig, die Durchfahrt zwischen dem Stake-Out-Platz und dem Start durchzuschneiden und zumindest ein bißchen zu verfestigen. Hier half die Technik nicht mehr, so dass Schaufel und Sägen zum Zug kamen. Das Ergebniswerk war zwar nicht so stabil und man sank ein bißchen ein, doch immerhin ist es um viel besser, als die vorjährige Zuführung über die Straße.
An die Reihe kam nun die Arbeit mit Durschlagen des Durchwegs vom Parkplatz zur Speisehalle und der Abbiegungen zu jeder Hütte. Wieder also hieß es, die Schaufel schön in die Hände zu nehmen und ans Werk zu gehen, bis es fertig war. Tudy se bude najíždìt ke startu Týmová ruèní práce
Der Nachtschneefall hat die Situation auch hier kompliziert. Die von Verwehungen bereits freigelegten Flächen mussten fein gesäubert werden. Diesmal hat uns ein bereitwilliger Traktorist von nahem Ort Albeø geholfen und die ungefähr 25 cm neuen Schnees beseitigt. Die überschneiten Fußwege zu den Hütten mussten wieder manuell mit Schaufel freigelegt werden.

Also nun blieben nur noch „Kleinigkeiten“. Ein Zelt am Start aufbauen und ausstatten, die Start- und Zieltore aufbauen, Werbungen platzieren, Orientierungsschilder in Schneewehen einstechen und so weiter.
Bereits gegen Mittag tauchten am Stake-Out-Platz erste Rennenteilnehmer auf. Die letzten, Milan Šindeláø und die Familie Holý aus dem Ortschaft Hrob, sind aus Erzgebirge am Samstag gegen vier Uhr morgen angekommen.